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Ausgewandert nach Norwegen

Gerettet – Schnee an Weihnachten – Jippiiie! :))

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Ausgewandert nach Norwegen

Schneemann

Im Moment sind bei uns Plusgrade und für nächste Woche möchte man uns bis zu 10 Grad plus „weiß“machen. Keine weiße Weihnacht über dem Polarkreis, wo hakt’s denn bei euch?! xD

Irgendwo habe ich sowas vorhergesehen, aber ich dachte da an in 10 Jahren oder so. Globale Erschwerung jetzt schon hier oben?

Daher habe ich am Tage vor der aktuellen Regenzeit schnell noch meinen Schneemann gebaut. Als hätt ich’s gewusst!

Aber ein was Gutes hat das warme Wetter: Wir hatten heute neben anderem Pech einen Platten und mussten daher teils wieder Sommerreifen aufziehen. Passt jadann jetzt … *tötööö tötööö tötöööö*

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Ausgewandert nach Norwegen

Licht, Schnee, Temperaturen & Privatsphäre in Nordnorwegen

Helle Zeit – Im August sind wir nach Nordnorwegen ausgewandert – in der Zeit, als es rund um die Uhr taghell war. Haben nachts um 3 die Sonne über dem Ozean gesehen und uns die Frage gestellt, ob wir bei dem Licht gut schlafen werden. Und ha, wir haben nicht das geringste Problem damit gehabt. Und wir haben keine Gardine vorm Fenster. Es reichte aus, sich auf die fensterlose Seite zu drehen und Zzzz. Wie hat es sich ansonsten angefühlt? Gut! Es war schön, nachts verpennt auf’s Klo zu latschen und bei einem zufälligen Blick zum Fenster stehen zu bleiben und bei der Schönheit aus Licht und Farben den Mund nicht mehr zu zukriegen. Dann steht man halt da und Blase so: „Äh .. hallo? Hallooohooo, ich bin vooohoooll!? Hallo? Hmpf …“. Egal, … muss … glotzen …! Das ungute Gefühl von „iih dunkel iih nachts um drei – müde pippi kalt – mimimi“ blieb aus, wegen des Lichts, da es nicht einfach hell war, sondern sich wunderschöne Farbspiele am Himmel zeigten und sich im nachts spiegelglatten Meer wiederfanden. Eine wahre Traumwelt.

Dunkle Zeit – Jetzt sind wir gerade in der Mørketid („Dunkelzeit“) des Jahres. In 4 Wochen ist der tiefste Stand der Sonne,  danach geht es wieder aufwärts. Wobei man sie schon jetzt nicht mehr direkt zu Gesicht bekommt. Es sieht hier mittags für ein paar Stunden so aus:

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Davor und danach ist es nachtdunkel. Ich kann mir schöneres vorstellen,  aber leiden tu ich auch nicht. Allerdings möchte ich erst wenigstens einen kompletten Lichtdunkelzyklus erlebt haben, bevor ich mir eine Meinung dazu bilde und entscheide, ob ich damit leben möchte oder nicht. Die Alternative wäre entweder etwas mehr in die Mitte Norwegens ziehen oder nach Thailand auswandern. xD

Kälte – Einen Urlaub in der Wärme kann ich definitiv gebrauchen. Wir ist das so, wenn man als Frostbeule in Nordnorge lebt? -> Meine Antwort: Ungemütlich. Wir sind Anfang August hier angelandet und ich hatte 2 Tage,  an denen ich nicht gefroren habe. Ja. In der Sonne aufwärmen im Sommer? Nicht warm genug. Und sie ist schnell hinter den Bergen verschwunden. Frühaufsteher haben hier einen entscheidenden Überlebensvorteil, was Sonnenbäder angeht.

Schnee – Derzeit wundern sich viele, dass kaum Schnee fällt um diese Zeit. Ja das is‘, weil ich so heiß bin. Ne, Spaß (maaaan). Tatsächlich hatten wir ein paar Mal Schneegestöber und die Berge sehen hübsch weiß aus, aber unten bleibt nix lange liegen. Und eigentlich sollten wir bereits in 3 Meter Schnee versinken. Wenn die Zahl überhaupt reicht. Also quasi pack den Schlitten aus, wir rodeln heute vom Balkon. Aber wie gesagt, auf mysteriöse Weise ingen snø in se moment. Um es mal in meiner derzeitigen Mischmasch-Sprachverständigung zu sagen. Ich mach ’n Bild, wenn ich meinen Schneemann gebaut habe. Und die Schneefrau. Und die Schneekatzen.

Privatsphäre – An sich vorhanden. Getrennte Klos und Umkleidekabinen, aber Türen von Auto und Haus schließt keiner ab, da es keine Kriminalität gibt. Und Leute kommen einfachin deine Bude, denn es gibt keine Klingelphilosophie. So kam es also, dass gestern Abend zwei hochgewachsene Männer in unserm Flur standen und, jung wie aus dem Ei gepellt, kostenlose Bibeln verteilten. Ich habe jetzt meine erste Bibel. Mit Goldrand! Auf norwegisch natürlich. Wie praktisch, erst vor ein paar Wochen hatte ich mir vorgenommen, verdens viktigste bok (der Welt wichtigstes Buch) auch mal zu lesen. Hatte zwar als kleines Gör mal kurz reingeguckt, weil die da auf der Alm keinen Fernseher hatten, aber zu der Zeit war mir das einfach zu kompliziert. Mein Schatz sagt, es wäre schwierig zu lesen. Aber gut, er sagt auch, dass Herr der Ringe schwierig zu lesen wäre. Pff, noob. ^^ *

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Ich bin nicht religiös, aber Gott ist schon knorke. Während Schatz beim Lesen damals nur wissen wollte, wen genau er da scheiße findet (kenne deinen Feind Prinzip), habe ich da schon ehrliches Interesse. Ich frage mich nur, was an Infos davon verfälscht worden ist. Und das Buch erscheint mir recht dünn, wahrscheinlich kein olles Testament dabei.

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* noob = Anfänger

Ein schönes Wochenende dir. Ich geh jetzt erstmal Wäsche waschen. *wink*

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Erkenntnisse

Sind wir alle gleich?

Ich habe hier in Norge einen Job auf Abruf. Die letzte Woche haben sie mich Vollzeit die ganze Woche gebraucht. Dabei bleibt fünf Tage lang so ziemlich alles andere auf der Strecke. Nächste Woche habe ich frei, das ist ein Ausgleich, über den ich sehr dankbar bin. Bei mir ist es so, dass dauerhafte Vollzeitarbeit nichts für mich ist. Man gewöhnt sich natürlich ein Stück weit dran und dann nimmt man es mit der Zeit so hin (oder auch nicht, je nachdem), aber dann wird es so, wie ich es in einem anderen Beitrag der Kategorie „Erkenntnisse“ geschildert habe. Diese Woche hat sich zusätzlich eine Reihe an psychosomatischen Symotomen gezeigt, darunter Hautekzem, Kopfschmerzen, Verspannungen (alles alte Freunde). Also quasi sagt der Körper „Halloohoo?! Wenn du schon nicht dich selbst beachtest, dann sag wenigstens ich dir, was ich davon halte!“. Ich habe nun  nächste Woche frei. Ich lasse immernoch viele Kompromisse in meinem Leben zu, obwohl es schwierig für mich ist. Aber ich hole mir meine Ausgleiche dann sehr schnell und ausreichend. Muss ich auch, denn ch musste in meinem Leben sehr früh feststellen, dass ich nicht alles so machen kann wie es die meisten tun. Oberflächlich betrachtet könnte man annehmen, dass meine Frustrationstoleranz nicht so hoch ist wie bei anderen.

Ich stieß dann bei Deutschen oft auf Missverständnis oder Intolleranz. Bei Deutschen ist das Leistungsdenken sehr stark ausgeprägt. Sie steht in der Wichtigkeit oft höher als die Menschlichkeit. Was mit einer der Hauptgründe für meine Auswanderung war. Es war ein hartes Gefühl, alle zu geben, was man konnte, und dafür immernoch Kopfschütteln u.s.w. zu erhalten. Und auch ich selbst habe innerlich oft den Kopf geschüttelt darüber, wie andere so leben und es auch noch gut finden können, dass sie eigentlich kaum Zeit außerhalb der Arbeit haben und wenn sie dann frei haben, oft zu müde sind, um sich noch Gedanken über sich selbst zu machen. Für mich ist eine prozentuale  50 zu 50 Aufteilung Job – Leben gerade akzeptabel, aber nicht gerade der Brüller. Aber wir wissen ja, wie die Realität bei vielen aussieht. Diese Arbeitskräfte werden wohl gebraucht, um alles am Laufen zu halten. Und wenn drei Leute eine Aufgabe schaffen, obwohl sie dabei halb krepieren, dann stellt man aus den Unmengen an Arbeitslosen lieber keinen weiteren Helfer ein, es geht ja auch so, vor allem billiger. Und das zu viel produzierte Essen schmeissen wir einfach weg … Und wenn der Chef mehr Geld wittert, wird eben Überstunde gemacht und trinken und auf’s Klo gehen brauchen wir z.B. in Gesundheitsberufen auch nicht, wir lebem ja von der Dankbarkeit der Menschen. Hauptsache die Leute sind am Arbeiten. Nä? Wenn ich nicht so wenig Lust hätte, mich mit solchen Erinnerungen zu verschmuddeln, fielen mir jetzt noch mehr Beispiele ein, von denen jedem welche oder sogar alle bekannt vorkommen.

Aber wie dem auch sei, in Norge gibt es die Menschlichkeit, die ich in D-Land vermisst habe. Die Mitarbeiter achten untereinander nicht nur darauf, dass der andere pünktlich in die Pause geht. Das reicht in alle Bereiche hinein und liegt an der Grundeinstellung. In D-Land ist es z.B. eine geschätzte Angewohnheit, wenn man sich selbst hinter alles andere stellt. Am angesehensten bist du, wenn duam besten gar keine Pause machst z.B.. In Norge schaut man da lieber auf die ganzheitliche Gesundheit der Menschen. Da kriegst du einen gut gemeinten Anschiss, wenn du nicht rechtzeitig pausierst. U.v.m.

So unterschiedlich kann es sein unf die Aussage, dass es eben nicht anders ginge, ist damit bewiesenermaßen für den Ars*h.

Und sind wir alle gleich? In gewisser Weise schon. Wir haben gleiche Anlagen, aber wir haben unterschiedliche Entwicklungsstufen und -Ausrichtungen. Insofern ist die Annahme, dass jeder das gleiche leisten könne, ansonsten habdle es sich nur um Faulheit, nicht korrekt. Aber es ist eben nicht bei allen gleich mit der Tolleranzfähigkeit. Aha? Schon wieder was unterschiedlich. 😉

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende. 🙂

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Ausgewandert nach Norwegen

Ich hab‘ viel Holz vor der Hytte – Teil 2/2

Hir das versprochene Holz-Abschlussbild.

Der Schuppen is‘ voll und wir haben auch die Schnase voll. Genug Holz geholt für dieses Jahr. Es wird schon reichen.

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Endlich mehr Zeit für äh … ja bald ist nicht mehr viel am Haus zu machen in der Kälte. Wenn der Schnee in großen Massen „darnieder plautzt“, ginge nur noch Innenaufhübschung. Aber ich bin da eh nicht so verzweifelt in Richtung Beschäftigungstherapie. Ich hätte auch genug eigene Aufgaben zu tun, die nicht nur auf Äußerlichkeiten abzielen. Es mag vielleicht so aussehen, als wären wir ein typisches, erfolgreiches Paar mit Geld wie Heu u.s.w., denn warum könnten wir sonst im eigenen Haus in Norwegen an einem paradiesischen Ort leben etc.?

Aber wie so oft im Leben ist manches anders als es scheint. Genau gesprochen sind wir nie wirklich sehr erfolgreich durch’s Leben gegangen. Trotzdem ist es jetzt wie es ist. Glück? Im Lotto gewonnen? Erbe gegrabscht?

Ne ne. Ich sag dir mal was, was lebenserprobt ist: Wenn du alle misslingenden Varianten der Lebensgestaltung durch hast, kannst du nur noch entweder gewinnen oder verlieren. Und nachdem Verlieren nicht zur Option stand, hieß es: Okay, entweder passiert alles jetzt so, wie es unser Wille ist, oder wir suchen uns schonmal ’nen Sarg aus. Und was passiert, wenn du keine Wahl mehr hast, außer zu gewinnen? Du gewinnst. Ich glaube, das liegt am Überlebenstrieb des Menschen, der in der größten Not ungeahnte Kräfte freisetzt. Nicht nur in Leistungsstärke, sondern auch irgendwie in seltsam mystischen Fügungen des Schicksals. Da wird der Wille auf einmal auch sehr stark. Und jetzt siehst du das Ergebnis. Ziemlich cool. Ist „cool“ eigentlich schon wieder out? Rede ich schon wie meine Oma? Hach ja… die Zeit… vergeht.

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Norsk

Skjervøy – Löffelinsel :))

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